Re: Grundschüler demnächst auch mit Handy… - Eine Milliarde Handy-Nutzer Anfang 2002
:
>
> > Mich würde doch mal interessieren, welcher Typus Eltern
> > diesen
> > Unsinn mitmacht…
>
> Zunächst einmal besteht für die Eltern ein gewisser Zwang dies
> mitzumachen, wenn sie nicht wollen, daß ihre Kinder in der Schule
> soziale Folgen zu befürchten haben. Zu meiner Schulzeit war es
> Markenkleidung und Schuhe, heute sind es Handys. Wer’s nicht hat
> ist
> uncool, geht nicht gern (noch weniger gern) zur Schule, bringt
> schlechte(re) Leistung und findet kaum Freunde.
Was ist das für eine These? Inwieweit hängt die schulische Leistung
vom Besitz der Dinge ab, die gerade “in” sind? Bin ich mit 33 Jahren
zu alt, um das zu kapieren?
Und was heißt “uncool”? Weil ich im Gegensatz zu meinen damaligen
Klassenkameraden nicht geraucht habe, kein Mofa hatte und gerne mit
dem Fahrrad gefahren bin, fühle und fühlte ich mich trotzdem nicht
uncool.
>
> Außerdem finde ich es auch gar nicht schlimm, wenn jedes Kind und
> jeder
> Jugendliche ein Telefon mitführt. Schließlich erhöht das auch die
> Sicherheit des Heranwachsenden durch die Möglichkeit jederzeit
> einen
> Notruf oder einen Anruf an die Eltern absetzen zu können.
>
Wenn das Handy vorrangig diesem Zweck dient, ist dagegen sicherlich
nicht viel einzuwenden. Aber das rumtippen, quatschen, SMSen und mit
den neuesten Themes (hey, ich hab’ 300 Sounds gespeichert!) angepiepst
zu werden, sorgt höchstens dafür, dass das Ego der Kids zu ungeahnten
Höhenflügen ansetzt und wenn der Trend sich wendet, sie häufig eine
satte Bauchlandung machen!
> Und daß Kinder nicht “billig” sind, sollte allen Eltern klar sein.
> In
> den 70ern bekamen Kinder “eigene” Radios und Plattenspieler, in den
> 80ern begannen Kinder “eigene” Fernseher, später auch Videorekorder
> zu
> wünschen, in den späten 80ern und 90ern “eigene” Computer. Heute
> kommen
> noch Handys und Internet dazu. Der Lebensstandard in Deutschland
> steigt
> nicht nur für Erwachsene, sondern eben auch für Kinder. Das verlief
> schon immer parallel.
>
Wenn sich die Kinder diese Dinge von ihrem hoffentlich angesparten(?)
Taschengeld kaufen, bitte schön! Aber wenn sie monatlich wer weiß wie
viel Geld zur unkontrollierten Verfügung in den Rachen gestopft und
dann noch laufend teures “Spielzeug” geschenkt bekommen, wie sollen die
denn den sinnvollen Umgang mit Geld lernen? Ich weiß, das ganze klingt
sehr altmodisch und kleinbürgerlich.
Wenn ich zurückblicke, habe ich meinen ersten Computer (C64 mit
Disketten-LW für damals (1984) DM 1350,–) von meinem ersparten
Taschengeld (monatlich DM 5,–, später DM 10,– (kann sich das jemand
vorstellen?)) gekauft. Auch zwei PCs sowie die notwendige Peripherie
sind auf diese Art in meinen Besitz gekommen.
Sparsamkeit und Vernunft zahlen sich einfach auch aus. So konnte ich
mir vor zwei Jahren mein erstes Haus kaufen. Und jetzt spare ich mir
wieder die Miete für die Zukunft. Mal sehen, wie’s weitergeht…
> Gruß, Pioneer.
Gruß Helmut