Re: Habe kein Handy Thread - Drei von vier Deutschen haben ein Handy
> Es gibt wohl kaum jemanden, der immer erreichbar sein muss. Aber ist
> es nicht einfach praktisch, wenn man z.B. bei einer Panne einfach mal
> eben den ADAC anrufen kann, anstatt nach Telefonzellen Ausschau zu
> halten oder Passanten anlabern zu müssen?
Ein verlässliches Auto wäre besser!
> Was ist so schlimm daran, dass das Handy die Zeitplanung erleichtert?
Es erleichtert nicht die Zeitplanung, es erleichtert nur die
Ausreden, warum die Zeitplanung leider wieder mal nicht klappt.
> Mit Handys kann man viel kurzfristiger und effektiver planen - Anrufe der
> Sorte “Hallo, wo bist Du gerade? Hast Du Lust, auf ein Bierchen
> vorbeizukommen?” waren früher kaum möglich.
… Führen aber auch dazu, daß der Kumpel in der Kneipe einen Anruf
bekommt, danach sein Bier runterstürzt und sagt “Tschüß, war nett,
aber ich muß los.”
Besonders nett die Warmduscher, die auf ner Fete ihr Handy ständig im
Blick haben. Man könnte ja was verpassen. Wozu aktiv an einer etwas
mauen Party mitwirken, um sie zu verbessern, wenn man sich schnell
und unkompliziert aus dem Staube machen kann.
> Oder auch nur der Anruf: “Ich
> steck noch im Stau, ihr könnt schonmal ohne mich zu essen anfangen, ich
> komme erst später”.
Warum auch versuchen, pünktlich zu sein?
Man kann ja generell zu Hause einführen, dass jeder sein Essen für
sich einnimmt. Ist genauso gemütlich, wie ein ständig zu spät
kommender Mitesser. Und man kann den Anruf dann automatisieren.
> Ich würde einen Verzicht darauf durchaus als Einschränkung meiner
> Lebensqualität empfinden.
> leben, und ohne Wasserspülung und ohne Waschmaschinen. Aber alle
> diese Dinge verbessern die Lebensqualität spürbar.
Und genau das ist meiner Meinung nach beim Handy nicht gegeben. Es
verschlechtert die Lebensqualität. Und zwar in zweierlei Hinsicht:
1) Die Menschen werden immer häufiger durch Anrufe oder sonstwas aus
dem aktuellen Kontext herausgerissen, was unhöflich gegenüber den
Anderen ist (ob nun durch Belästigung oder durch Gesprächsabbruch).
2) Häufig ist es viel bequemer, das Handy auf irgendeine Art als
Entschuldigung zu mißbrauchen, als sich an Abmachungen zu halten. Der
ursprüngliche Ansatz, in tatsächlichen Notsituationen Kommunizieren
zu können, wird zur Regel.Die gesamte Kommunikation wird
hektischer,oberflächlicher und auch unfreundlicher. Auszüge: SM als
Geburtstagsglückwunsch. Nur nicht direkt kommunizieren. Man müßte
sich ja mit seinem Gegenüber auseinandersetzen.
> Was unerwünschte
> Anrufe betrifft: Die Dinger zeigen normalerweise an, wer anruft -
> wenn nicht, hat der Anrufer das abgeschaltet (und in dem Fall würd
> ich gar nicht drangehen).
Es ist auch andersrum Terror: Wenn ich einen Anruf bekomme von
jemandem, der offensichtlich im Weserstadion ein Spiel verfolgt, in
dem gerade ein Tor gefallen ist, bin ich auch genervt.
> Lautes Klingeln in der Öffentlichkeit gehört seit der Erfindung des
> Vibrationsalarms auch der Vergangenheit an.
Leider scheint nur ein geringer Prozentsatz der User zu wissen, daß
es sowas gibt, und ein noch geringerer Prozentsatz, wie man den
einschaltet. Meine täglichen 2 Stunden Erfahrung in öffentlichen
Verkehrsmitteln belegen das immer wieder.
> Und erst recht wird niemand gezwungen, sich den Daumen wund zu
> SMSen.
Ich habe noch das Bild von den 6 Mädels vor mir: Im Restaurant, auf
das bestellte Essen wartend, sich anschweigend, aber das Handy schön
auf dem Tisch abgelegt, wo in Kürze das Essen stehen soll, als ob sie
es sich einführen wollten. Alle warteten anscheinend auf irgendeine
SMS.
> Klar, es ist Deine Sache, wofür Du Dein Geld ausgibst. Aber glaube
> mir, wenn Du einmal den Komfort des Handybesitzes kennengelernt hast,
> wirst Du es nicht mehr missen wollen.
Ich habe im Dienst ein Handy, was ich theoretisch auch privat nutzen
kann. Ich finde es im Beruf manchmal praktisch, aber privat: Nein.
MfG Stefan Milcke
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